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How money changes people and society

Häufig hört man Floskeln wie „Geld verändert Menschen“ oder „Geld verdirbt den Charakter“. Allerdings will ich in diesem Blogbeitrag nicht nur darauf eingehen, ob und wie Geld den Charakter verderben kann, sondern viel eher auf die Frage eingehen, was es für die gesamte Gesellschaft bedeutet wenn wir von Kindesalter erklärt kriegen, dass wir uns in der Schule anstrengen sollen, damit wir später mal gut verdienen werden.

Inzwischen wurden weltweit von einigen Universitäten Tests durchgeführt, in denen soziale Interaktionen zwischen Menschen beobachtet wurden, nachdem sie entweder Geld erhalten haben oder über Geld gesprochen wurde. In allen dieser Tests kristallisierte sich heraus das Geld tatsächlich zu unsozialeren Verhaltensmustern führt. Da es zu diesem Thema allerdings schon genug im Internet zu lesen gibt, werde ich hier eine kleine Liste mit interessanten Beiträgen einfügen, falls dich das näher interessiert und dann zu einem meiner Meinung Nach deutlich spannenderen Thema kommen.

Als einstieg in das Thema welches ich in diesem Blogbeitrag eigentlich behandeln will, zitiere ich einen Ausschnitts aus dem Beitrag der Zeit-Online „Die Risiken des Reichtums“

Versuche, in denen man Testpersonen unscheinbar an Geld erinnert, wurden mittlerweile in weit mehr als einem halben Dutzend Varianten durchgespielt, stets mit ähnlichem Ergebnis: Wer an Geld und Reichtum erinnert wird, verhält sich danach mehr auf sich selbst bezogen. Geld-Leute sind weniger hilfreich, suchen aber auch umgekehrt weniger die Hilfe ihrer Mitmenschen. Stellt man sie vor die Wahl, eine Aufgabe alleine oder mit einem Partner zu erledigen, wollen sie sich lieber auf eigene Faust durchschlagen. Man könnte sagen: Geld kapselt ab, macht autonom, ja, Geld macht uns zu Einzelgängern.

Time Online

Mir fällt kaum ein besseres Land als Deutschland ein, um die Aussage, dass uns Geld zu Einzelgängern macht, zu untermauern. Wir leben für die Arbeit, welche die wenigsten überhaupt leiden können, kaufen uns Autos welche uns weiter abkapseln, genießen den Feierabend lieber allein Zuhause als mit Freunden und wundern uns warum es das Vorurteil gibt, dass wir unfreundlich sind.

Jeder der schon einmal im Ausland gewesen ist, ob Spanien, Italien, Vietnam oder Kazachstan wird gemerkt haben, dass die Leute, obwohl sie weniger Geld haben, nicht weniger glücklich sind, was sie aber sind ist deutlich freundlicher gegenüber Fremden beziehungsweise anderen Menschen. In fast allen Ländern gehen die Leute nach Feierabend etwas essen, trinken oder treffen sich einfach so im Park. In den wenigen Monaten meines Lebens, in denen ich im Urlaub oder auf Reisen war, wurde ich von mehr fremden Menschen zum Essen eingeladen als in meinem gesamten Leben in Deutschland, denn hier ist es sogar eine Ausnahme, wenn man von einem Freund eingeladen wird.

Dies soll natürlich keine Beschwerde sein, dass mir meine Freunde nicht mein Essen bezahlen, sondern soll die Aussage untermauern, dass uns Geld zu Einzelgängern macht. Mit Sicherheit hatten die Menschen an die ich mich erinnere, welche mich auf Reisen eingeladen haben, weniger Geld als die meisten Deutschen und dennoch haben sie mehr gegeben.

Wir Deutschen sind das perfekte Beispiel um zu zeigen, was passiert, wenn man Geld und materiellen Wohlstand als oberstes Bestreben ansieht. Denn nicht nur sagen wir Kindern, dass sie sich stets anstrengen sollen, damit sie später mal viel verdienen, nein, wir leben es ihnen auch vor. Längst ist es nichts neues, dass Kinder besser darin sind, das Verhalten ihrer Nahestehenden zu imitieren, als bloß auf ausgesprochene Regeln zu achten. Kinder können, vor allem in jüngeren Jahren, mehr Verhalten wiedergeben als sie verstehen können. Dies wiederum bedeutet, dass sie Lebensstile nachahmen, welche sie noch gar nicht verstehen.

Hinzu kommt, dass wir viele unserer Probleme versuchen durch Käufe zu überspielen. Das wiederum ist problematisch, da uns eben diese Käufe nicht oder nicht für lange glücklich machen. Wir behandeln die Symptome anstatt der Wurzeln der Probleme. Gerade in Zeiten von Onlineversand haben wir es geschafft, eine Möglichkeit zu schaffen, die uns erlaubt ganz ohne soziale Interaktionen unsere Löcher mit Dingen zu stopfen.

Doch nach wie vor sind wir Menschen soziale Wesen und was wir in Beziehungen ob freundschaftlich-, familiär- oder romantischer Natur mit anderen Menschen nicht kriegen, kann uns auch kein Kauf geben.

Natürlich ist die Werbeindustrie gewieft und verkauft ihre Produkte immer mit einem Lebensgefühl, ob Handyverträge mit Freiheit, einen Grill mit Männlichkeit oder oder Bier mit Naturbezug, denn die Werbetreiber wissen, dass sich ein Handyvertrag nur auf Fakten gestützt deutlich schwerer verkaufen lässt.

Wir als Menschen sind jedoch nicht nur soziale Wesen sondern auch emotionsgesteuert, aus diesem Grund werden Emotionen genutzt um uns „glück“ zu verkaufen. Natürlich ist es deutlich praktischer, einfach irgendwelche Dinge zu kaufen anstatt Freundschaft aufzubauen, Partner zu halten, Sport zu treiben, sich zu bilden oder sonstige Abenteuer zu erleben, doch dies sind Angelegenheiten, welche einen wirklich und auch langfristig erfüllen können. Obendrein sind es auch Angelegenheiten, welche in einem sozialen Rahmen existieren.

Abschließend lässt sich nur die Frage stellen, wohin sich diese Tendenz bewegen wird. Werden wir eines Tages alle Zuhause sitzen, von Zuhause arbeiten, von Zuhause einkaufen und uns kaum noch am sozialen Leben beteiligen? Was ist deine Meinung zu diesem Thema? Schreibe uns gerne deine Meinung und Gedanken in die Kommentare.

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