Jordan B. Petersons Geheimnis über unsere Schwächen


„Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“ ist eine Floskel die man bestimmt schon hunderte Male gehört oder sogar selbst gesagt hat. Das heutige Zitat von Jordan B. Peterson ist quasi eine neue Version dieser Redewendung, doch was können wir alles aus dieser Aussage heraus kristallisieren?

„Werde dir deiner Unzulänglichkeit bewusst.“

Jordan b. peterson

Weshalb sollen wir uns unsere Unzulänglichkeiten bewusst werden?

Bevor wir uns fragen wie wir uns unserer eigenen Unzulänglichkeiten bewusst werden können, sollten wir uns fragen weshalb wir dies tun sollten. Schließlich ist es deutlich angenehmer etwas zu tun, wenn wir wissen weshalb wir es tun. Wenn wir wissen aus welchem Grund wir etwas machen, können wir auch während des Machens genauer arbeiten, da wir wissen worauf wir unseren Fokus legen sollten.

Weshalb wir uns unserer eigenen Unzulänglichkeiten bewusst werden sollen, hat einen tief liegenden Sinn. Es ist wichtig zu wissen, was wir falsch machen, um an uns zu arbeiten. Es ist ebenfalls wichtig zu wissen, wo unsere eigenen Stärken und Schwächen liegen, damit wir wissen, was wir gut und weniger gut können. Möglicherweise denke ich, dass ich etwas gut kann, wenn ich dann aber aufgefordert werde es zu tun wird mir meine eigene Unzulänglichkeit erst dann bewusst (in diesem Fall wäre es etwas zu spät).

Wenn wir wissen was wir gut, und was wir weniger gut können, wissen wir woran wir noch arbeiten müssen und was schon ganz passabel ist. Um einen möglichst vollständigen Charakter zu haben (falls es so etwas überhaupt gibt), ist es wichtig zu schauen, worin wir noch besser werden können.

Nicht ohne Grund legt fast jede philosophische Schule, die es gibt, viel Wert auf Selbstreflektion – ob im Buddhismus, Daoismus oder bei den Stoa. Es ist wichtig sich seiner Rolle im Universum bewusst zu sein, wie klein oder groß sie auch sein mag.

Einmal gepinnt, nie wieder vergessen (:

Wie werden wir uns unserer Unzulänglichkeiten bewusst?

Wenn wir uns also hinsetzen und überlegen worin unsere eigenen Unzulänglichkeiten liegen, werden uns anfangs eine Menge Dinge einfallen. Ich für meinen Teil kann beispielsweise sehr schlecht malen, schwimmen, nähen, basteln, usw. dies sind meine offensichtlichen Unzulänglichkeiten oder Schwächen. Doch wenn ich genauer darüber nachdenke, fallen mir auch einige Sachen ein, von denen ich denke, dass ich sie einiger maßen gut kann. Ich würde zum Beispiel behaupten, dass ich relativ gut in Yoga, Kochen, im Lesen oder Schreiben bin. Nehme ich die einzelnen Punkte dann aber genauer unter die Lupe, fällt mir auf, dass ich in vielen dieser Punkten noch deutlich geschickter werden kann.

Ich kann gut lesen, beim laut Vorlesen fehlt mir allerdings die Betonung. Beim Kochen habe ich viel Wert darauf gelegt meine Fähigkeiten mit dem Messer zu verbessern, habe aber kaum eine Ahnung von Gewürzen und Kräutern. Auch das Schreiben fällt mir immer leichter, je öfter ich es mache, dennoch ist meine Zeichensetzung dürftig. Beim Yoga habe ich ein ganz guten Gleichgewichtssinn aber meine Gelenkigkeit verträgt noch Arbeit. Auch würde ich sagen, dass ich ein recht ordentlicher Mensch bin. Wenn ich mich dann aber mit meiner Freundin vergleiche, fällt mir auf das ich auch hier noch eine Menge lernen kann.

Die Liste der eigenen Unzulänglichkeiten ist so lang wie man es will. Je länger man darüber nachdenkt, desto länger wird sie. Man tut also nicht schlecht daran, immer mal wieder darüber nachzudenken worin die eigenen Schwächen oder Unzulänglichkeiten liegen. Sowohl die offensichtlichen, wie auch die, welche einem nicht auf Anhieb in den Sinn kommen.

Fazit

Sich seiner eigenen Unzulänglichkeiten bewusst zu werden, ist der erste Schritt an ihnen zu arbeiten. Es hilft uns ein akkurateres Selbstbild von uns zu machen und es kann uns dabei helfen, uns nicht zu überschätzen und anderen Hilfe anzubieten die wir schlicht weg nicht geben können. Es ist besser zu wissen, was wir können und was wir noch üben müssen, als mitten in einem Projekt zu merken, dass wir überhaupt nicht dafür qualifiziert sind. Doch der erste Schritt ist und bleibt, das Bewusstwerden der eigenen Unzulänglichkeit.

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