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Simone de Beauvoir Vordenkerin des Feminismus?

Simone de Beauvoir, geboren 09. Januar 1908 in Paris gestorben 14. April 1986, gilt als die bedeutendste weibliche Existenzialistin sowie als Vordenkerin des Feminismus. Als Schriftstellerin verfasste sie zahlreiche Romane, Essays, Erzählungen und Memoiren. Ebenfalls war sie die langjährige Partnerin von Jean-Paul Sartre.

Simone de Beauvoir kam aus einem sehr guten Haushalt und wurde katholisch-christlich großgezogen. Ihr Urgroßeltern besaßen ein Landgut, durch welches sie ihren Adelig-wirkenden Namenszusatz „de Beauvoir“ hatten. Ihr Großvater hielt auch einige Zeit einen hohen Posten in der Stadtverwaltung Paris‘ inne.

1928 erhielt sie an der Universität Sorbonne die Licence, welche mit dem heutigen Bachelor vergleichbar ist, mit bestem Ergebnis.

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Einmal gepinnt, nie wieder vergessen (:

De Beauvoir besuchte auch oft das Café de Flore, wo sie oft an ihren Schriftwerken arbeitete. In eben diesem Café lernte sie auch Albert Camus, Pablo Picasso, Dora Maar, Jacques Lacan und viele weitere bekannte Menschen kennen.

Falls du dich schonmal gefragt hast, ob Albert Camus nun ein Existenzialist war oder nicht, kannst du hier die Antwort nachlesen.

Ihre bekanntesten Romane sind „Sie kam und blieb“, „Das Blut der Anderen“ so wie „Das andere Geschlecht“.

Durch ihr Buch „Das Blut der Anderen“ erzielte Simone de Beauvoir ihren ersten großen Erfolg als Schriftstellerin und erlangte so große Anerkennung. Diese Anerkennung wurde allerdings noch bei weitem übertroffen, als sie „Das andere Geschlecht“ veröffentlichte, dieses gilt als Meilenstein der feministischen Literatur und verschaffte ihr weltweite Anerkennung als Intellektuelle.

Simone de Beauvoir und der Existenzialismus

Simone de Beauvoir prägte, oder viel eher, war Teil der Begründer des Existenzialismus.

De Beauvoir war, wie die meisten Existenzialisten, der Meinung, dass der Mensch als solcher, der Existenz selbst einen Sinn gibt. Ohne den Menschen gäbe es keinen Sinn im Universum, da wir diesem der Existenz erst durch unsere subjektive Meinung geben. Hinzu kommt, dass jeder Mensch frei ist zu leben, wie sie oder er es für richtig erachtet.

Da wir ja alle schon hier sind, ist die daraus resultierende Frage was wir damit anfangen können.

A freedom which is interested only in denying freedom must be denied.

Simone legte im Laufe ihres Lebens ihren christlichen Glauben ab, war dann später wie ihr langjähriger Partner Jean-Paul Sartre Atheist. Aus diesem Grund hatte sie, wie auch Sartre, einen atheistischen Existenzialismus verbreitet. Dieser unterscheidet sich nicht gänzlich, aber doch in einigen Punkten, von einem theistischen Existenzialismus, wie ihn Søren Kierkegaard verbreitete.

Falls du wissen willst wie der Existenzialismus entstand haben wir dir hier die Geschichte zusammen gefasst.

Einer der Gründe, weshalb sie atheistisch wurde, war, dass sie mit der Mythologie nichts mehr anfangen konnte. M 18 Jahren fing sie an Immanuel Kant zu lesen, dieser lehrte, dass wir Menschen uns nicht mit den Grundfragen des Seins beschäftigen sollen, sondern Fragen stellen sollen, die aus unserer Existenz auf der Erde entstehen.

De Beauvoir war auch der Meinung, dass es eher an den anderen lag die Existenz Gottes zu beweisen als an ihr seine Inexistenz zu beweisen.

Übrigens haben wir auch eine umfangreiche Liste, in der du nachschauen kannst, welche Philosophen an Gott geglaubt haben.

I cannot be angry at God, in whom I do not believe.

Laut de Beauvoir, war die Kraft die jeden Menschen leitet, die Sorge um unsere Mitmenschen. Wir versuchen das Beste für unsere Verwandten und Bekannten zu tun. Wir wollen anderen gefallen und es ihnen recht machen. Man darf allerdings nicht vergessen, dass auch der eigene Wunsch nach Glück ein großer Motivator für unsere Taten ist.

Dieses Streben nach eigener Glücklichkeit wird zu einem großen Teil davon bestimmt, wie uns andere wahrnehmen. Niemand kann sich selbst, ohne andere Menschen, verwirklichen.

Simone de Beauvoir und der Feminismus

Simone de Beauvoir gilt als die Vordenkerin des Feminismus. Ihr Wunsch für die Unabhängigkeit der Frau, sollte nicht weiter verwundern, da es ja beim Existenzialismus darum geht, dass jeder Mensch seinem eigenen Leben Sinn gibt. Warum also sollten gesellschaftliche Standards oder die Kirche zu sagen haben, ob Frauen Kinder großziehen, den Haushalt machen oder dem Ehemann dienen sollen?

Nicht nur die Männer sollen ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen ausleben, sondern jeder Mensch.

Someone is not born a woman, but one becomes a woman.

Mit ihrem Buch „Das andere Geschlecht“ erlangte de Beauvoir weltweite Anerkennung und Wertschätzung. Anfangs wurde das Buch noch von der katholischen Kirche auf den Index gesetzt, es stand also auf der Liste jener Bücher, die zur Exkommunikation der Kirche führen konnten. Weshalb de Beauvoir’s Buch zu lesen, als schwere Sünde galt, kann man sich denken. Heutzutage befindet es sich allerdings nicht mehr auf dem Index.

De Beauvoir gilt als Vordenkerin des Feminismus, weil sie nicht nur über die Frauenrechte philosophierte, sondern weil sie sich auch selbst, den Großteil ihres Lebens dafür einsetzte. All das tat sie unter ihr feindseligen Umständen, doch sie lies sich nicht unterkriegen.

Alles in allem kann man sagen, dass Simone de Beauvoir eine faszinierende Frau und Philosophin war.

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