Das Wintertief


Wer diesen Blog aktiv verfolgt wird bemerkt haben, dass in letzter Zeit deutlich weniger Beiträge veröffentlicht wurden als noch im Herbst. Dies liegt zum einen daran, dass Simon und Ich derzeit an einem Projekt für euch arbeiten, welches einige Zeit in Anspruch nimmt.

Hinzu kommt, dass ich für meinen Teil noch an zwei weiteren Projekten arbeite und auf Arbeit mehr zu tun ist, da das große Fest vor der Tür steht. Doch dies sind alles mehr oder weniger Ausreden, denn ich weiß, dass ich trotz meines überdurchschnittlich befüllten Terminkalenders noch mehr als genug Zeit hätte hier und da einen Beitrag zu schreiben. Das eigentliche Problem ist, dass ich derzeit in einem Motivationsloch bin. Mein Geschriebenes wirkt auf mich eher befremdlich als innovativ.

Nachdem ich einige Zeit über meine aktuelle Lage nachgedacht hatte, kam mir ein äußerst interessanter Gedanke. Da ich das Blog schreiben, so wie meine anderen Projekte, etwas ernster angehen wollte, entschied ich mich in der Berufswelt etwas kürzer zu treten um mehr Zeit zu haben um an meinen Plan zu arbeiten. Das Problem hierbei ist, dass niemand genau diesen Weg vor mir gegangen ist. Aus eben diesem Grund erhalte ich auch kein Feedback, ob ich mich auf einem Irrweg befinde oder nicht; oder wie Seneca eins sagte: «Wenn ein Seemann nicht weiß, welches Ufer er ansteuern muss, dann ist kein Wind der richtige.»

Es fühlt sich an, als würde man mit einem Boot auf dem offenen Meer rudern und obwohl man schon einige Zeit mit dem Rudern beschäftigt ist, so sieht man dennoch kein Land vor sich. Man ist sich also nicht sicher, ob man in eine (die richtige) Richtung rudert oder ob man bloß Runde um Runde im Kreis dreht.

Wenn man einen herkömmlichen Weg, durch die Arbeitswelt hinlegt, so erhält man immer wieder Dokumente welche einem bestätigen, oder sollte ich sagen versichern, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet (Zeugnisse, Urkunden, Briefe und so weiter). Diese kann man als Bojen betrachten, welche einem sagen, dass der eigene Kurs zielführend ist.

Solche Bojen sind bei einem Leben, welches sich abseits der Norm befindet, schwer ausfindig zu machen. Man muss auf seine eigene Kompetenz als Navigator vertrauen. Doch diese Fahrt gleicht eher einer Feuertaufe. Schließlich ist es mehr als nur arrogant und hochmütig zu glauben, dass nur weil man ein Boot besitzt, man auch ein geeigneter Seemann ist. Es ist nicht einfach ohne wirkliche Vorahnung seinen Platz auf diesem wunderschönen Planeten zu finden.

Möglicherweise ist es auch nur eine kleines Vitamin-D Defizit, welches der Winter meistens so mit sich bringt. Was auch immer es sein mag, durch das philosophische Wissen, welches ich mir über die Jahre so angeeignet habe weiß ich, dass auch diese Zeit vorüber ziehen wird. In der Zwischenzeit heißt es Augen zu und durch, denn wie Laotse schon sagte: „Ein heftiger Wind hält nicht den ganzen Vormittag an; ein plötzlicher Regen dauert nicht den ganzen Tag.“ und es handelt sich hier schließlich nicht einmal wirklich um einen Sturm als um einen kleinen Mangel an Motivation.

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