Wie anderen zu helfen uns selbst hilft


Dieser Beitrag handelt von einer Geschichte die mir neulich widerfahren ist. Kurz nachdem das Geschehene geschehen war, fiel mir auf, dass dies eine unglaublich gute Ergänzung zum Artikel Buddha erläutert die Notwendigkeit des Bösen ist. Kurz zusammengefasst, ging es im genannten Beitrag darum, dass erst das Böse und das Schlechte auf der Welt das gute hervorbringen können. In diesem Beitrag werde ich dies, durch die mir widerfahrene Geschichte, noch einmal genauer veranschaulichen.

Als ich letzte Woche, kurz vor Weihnachten, Feierabend hatte, setzte ich mich auf mein Rad und machte mich auf den Heimweg. In der Fußgängerzone der Innenstadt sah ich dann einen Mann, der etwas vom Boden aufgehoben hat und einer Frau hinterher rief. Diese hörte allerdings die Rufe des Mannes nicht mehr. Ich näherte mich als langsam dem Mann und fragte ihn was los sei. Er zeigt mir einen 5-Euro-Schein und sagte, dass er der Frau aus der Tasche gefallen sei. Ich bot also kurzerhand an der Frau hinterher zu fahren und ihr den Schein zu geben. Nach kurzer Überlegung gab mir der Herr den Schein und ich machte mich auf den Weg die Frau einzuholen. Nach einem kurzen Spurt holt ich sie dann auch ein und konnte ihr den verlorengegangenen Schein wieder geben. Sie bedankte sich ausführlich und meinte zum Abschied sie würde ihn spenden, da sie ihn ja quasi schon verloren hat und deshalb auch nicht vermissen würde, wenn er wieder weg wäre.

Diese kleine Interaktion zwischen drei Fremden hat mich aus mehreren Gründen fasziniert.

Erstens, dass der Mann den Geldschein ohne eine Sekunde darüber nachzudenken ihn zu behalten der Frau zurückgeben wollte. Möglicherweise hat er für eine Sekunde darüber nachgedacht, aber von dem Moment als ich ihn sah, hob er den Schein auf und rief direkt der Frau hinter her. Dies ist quasi das erste Ereignis in dem das potenzielle Böse vom Guten besiegt wurde. Der Mann hätte den Schein genau so gut in die eigene Tasche stecken können, doch er entschied sich ihn der Besitzerin zurück geben zu wollen.

Das Zweite ist, dass der Mann, einem Fremden, soweit vertraute, dass er nur nach kurzem Überlegen bereit war mir den Schein zu geben. Aus seiner Sicht hätte ich ja genau so gut nur ein Tunichtgut sein können, welcher den Schein in die eigene Tasche steckt und sich davon stiehlt. Doch das Vertrauen des Mannes in das Gute, erlaubte es ihm mir den Schein zu geben. Hierbei freute mich vor allem, dass sich sein Vertrauen in das Gute auszahlte.

Der dritte Grund der mich faszinierte war, dass die Frau, nachdem sie den Schein wieder zurück bekam, sich erst einmal ausreichen bedankte und dann den Schein spenden wollte. Ob dies dann auch so geschehen ist, ist mir ehrlich gesagt egal. Viel mehr geht es mir darum, dass sich die Frau so herzlich bedankte.

Um nun wieder auf den in der Einleitung erwähnten Beitrag zurückzukommen: Das Böse/Schlechte in dieser Geschichte, der unbeabsichtigte Verlust des Geldscheins, war der Grund, weshalb das Gute in dem Mann und mir zum Vorschein kam. Wir hätten quasi gar nicht die Chance gehabt, das Gute in uns zu finden oder zu zeigen, wäre der Frau nichts schlechtes widerfahren. Es sind die Schicksalsschläge des Lebens, die uns dabei helfen, wahre Größe zu erlangen.

Natürlich steht es zur Debatte, was gut ist und was das Gute ausmacht. Denn schon Dogen sagte einst „Was du selbst für gut hältst, oder was die Menschen in der Welt für gut halten, ist nicht notwendigerweise gut.“ Allerdings bin ich mir sicher, dass die Mehrheit der Leute sagen würde, dass es eine gute Tat war, dass Geld der Besitzerin zurückzugeben. Wenn dir das Leben also das nächste mal Steine in den Weg legt, denke daran, dass das Böse und das Schlechte erst das Gute hervorbringen.

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