Kafka erklärt woher unsere Angst vor dem Tot kommt


Das Wissen um die eigene Mortalität ist der größte Unterschied zwischen Mensch und allen anderen Lebewesen. Jeder von uns weiß, dass es eines Tages keine neuen Tage mehr für uns geben wird. Doch welche Haltung sollten wir gegenüber dem Tod einnehmen? Sollten wir uns verstecken um das Unausweichliche ein kleines Wenig nach hinten zu verschieben? Oder sollten wir ein Leben führen, welches es sich zu leben lohnt, auch wenn es dafür ein paar Jahre kürzer ausfällt?

„Er hat schreckliche Angst zu sterben, weil er noch nicht gelebt hat.“

Franz kafka

Kafka sagt in diesem Zitat, dass die Angst zu sterben daher ruht, dass wir noch nicht gelebt haben. Doch was heißt es, nicht gelebt zu haben? Die Antwort auf diese Frage fällt für jeden einzelnen ein wenig anders aus. Alles in allem kann man aber sagen, dass es eine Schnittmenge an Eigenschaften gibt welche ein „nicht leben“ definieren.

Beispiele hierfür wären, dass man keinem seiner Träume nachjagt, dass man das Leben, welches einem gegeben wird, nicht zu dem Leben umwandelt, welches man selbst für Lebenswert erachtet. Wir kriegen in jungen Jahren erklärt, wie gut es einem gehen wird, wenn man erst einmal aus dem Kindergarten in die Schule kommt. Von der Grundschule aus dann in eine weiterführende Schule. Bis wir schließlich in einem Job sitzen den wir machen, um ein behagliches leben zu führen. Weitere Probleme des modernen „Way of Life“ findest du in diesem Artikel.

Es ist nichts schlechtes daran zur Schule zu gehen oder einen guten Job zu haben. Es ist nur wichtig, dass wir dabei nicht vergessen, auch alles drumherum zu genießen. Wenn man jeden Tag aufsteht und sich denkt „schon wieder der gleiche Tag mit einem anderen Datum, alles wirkt so grau und langweilig“ so kann man sich sicher sein, dass man derzeit nicht richtig lebt.

Im Leben geht es nicht darum möglichst sicher bis zum Ende zu kommen, mit möglichst viel Geld in den Taschen in das letzte Hemd zu schlüpfen. Es geht darum sich ständig neu zu entdecken, zu sehen wozu man in der Lage ist, sich Ziele zu setzen, zu scheitern, zu gewinnen, zu lieben und zu lachen.

Ein gutes Leben ist nicht automatisch ein Glückliches. Das Streben nach nie endendem Glück kann mehr Leid verursachen als man glauben mag. Denn alles was existiert ist in permanenter Veränderung. Vom Urknall an bis jetzt und auch noch in ferner Zukunft wird die einzige Konstante des Lebens die Veränderung sein.

Einmal gepinnt, nie wieder vergessen (:

Es ist leider aber nicht so einfach etwas zu finden was man vom Leben haben will. Es bedarf viel Selbstreflektion und eine beinahe schon anstrengende Ehrlichkeit mit sich selbst, aber es wird es wert sein. Später wenn man älter ist, wird man sich wünschen, dass man mehr auf sein Herz gehört hätte, dass man sich mehr den schönen Dingen im Leben gewidmet hätte – es gibt mittlerweile Ergebnisse von unzähligen Untersuchungen, in denen Leute am Sterbebett befragt wurden was sie bedauern, die genau das bestätigen. Ein wirklich erfülltes Leben findet man nicht in Großraumbüros, Im Stau auf dem Weg zur Arbeit oder bei trivialen Meetings (Wobei es eine gute Übung ist auch in diesen Dingen Erfüllung zu finden).

Ein gutes Leben findet man darin zehn Mal hingefallen und dennoch immer wieder aufgestanden zu sein. Es liegt darin, das was man hat, wertzuschätzen: die Zeit mit Familie und Freunden oder auch die Zeit die man mit sich selbst hat.

Es ist keine Leichtigkeit Dinge zu finden die ein Leben lebenswert machen. Doch ist es nicht viel schwerer mit dem Vorwurf zu leben es nie versucht zu haben? Das Leben ist schließlich keine Reise mit einem Endpunkt den es zu erreichen gilt. Es ist wie bei einem Lied, es geht darum es zu genießen solange es andauert und nicht auf das Ende hinzufiebern (diese Aussage stammt übrigens von Alan Watts, falls du den Artikel hierzu lesen willst klicke hier).

Wenn du häufig über den Tod nachdenkst und dir diese Gedanken ein ungutes Gefühl geben, versuche etwas mehr Leben in deinen Alltag zu bekommen. Schließlich ist es schlimmer zu sterben, wenn man nie gelebt hat, als nach einem erfüllten Leben die Augen zu schließen und auf das nächste große Abenteuer zuzugehen.

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