M. Musashi: Man kann nur auf die Art kämpfen, die man übt


Der Brauchtum der Samurai ist gezeichnet vom Kampf und dem disziplinierten Üben. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass sich ein Zitat, des wohl berühmtesten Samurai findet, welches beides Themen aufgreift:

„Du kannst nur auf die Art kämpfen die du übst.“

– Miyamoto Musashi

In diesem Artikel werden wir uns genauer ansehen, wieso die Lehren des Miyamoto Musashi für uns im Westen überhaupt relevant sind und was die nähere Bedeutung dieses Zitats ist. Am Schluss findest du noch Links zu diversen anderen Zitaten, dieses Mannes.

Vorweg, in aller Kürze gesagt:

In diesem Zitat weißt Musashi darauf hin, dass seinen Schülern ohne Übung einer Kampfart, im Ernstfall nicht auf diese zurückgreifen können. Die Missachtung dieses Umstands und dem Versuch eine solche Art des Kampfes dennoch in Duell oder Schlacht zu nutzen führt zur Niederlage.

Wie du dieses Zitat auf dein Leben anwenden kannst (das hoffentlich nicht von Kämpfen mit Tötungsabsicht bestimmt sind), schauen wir uns in diesem Artikel genauer an.

Die Bedeutung Muashi’s Lehren für uns im Westen

Miyamoto Musashi (1584 – 1645) gilt in der japanischen Kultur als legendärer Samurai. Und auch uns im Westen hat die Faszination dieses Mannes erreicht.

Seine Erfolge sind vielversprechend und auf seinen Überzeugungen und Praktiken beruhend. Diese hielt er in seinen Lehren fest, die er in seiner Schule verbreitet, die unter dem Namen Niten Ichiryū (jap. 二天一流, zu deutsch „Die eine Schule von den zwei Himmeln“) bekannt ist.

Mit dem in der zweite Hälfte des 20ten Jahrhundert verstärkt aufkommenden Interesse an fern-östlichen Lehren (wie z.B. Zen und dem Buddhismus) erlangten auch die Lehren der Samurai Aufmerksamkeit. Somit entsprechend auch Muashi’s lehren.

Es wurde schnell bemerkt, dass trotz der kulturellen Unterschiede die Lehren auch bei uns gültig sind und deren Praktiken auch auf unsere Anwendungsfälle übertragen werden können.

So finden sich beispielsweise auch in (aber nicht nur) in Management-Kursen oft entsprechende Lehren wieder. Ein Beispiel hierfür ist z.B. „Die Kunst des Krieges“ von Sun Tzu.

Ein möglicher Erklärungsansatz warum wir so viel von diesen Lehren und Philosophien profitieren können, ist der Umstand, dass wir zwar viele große Denker hervorbrachten, als Gesellschaft aber oft zu sehr auf äußere Umstände und Wirkungen bedacht sind und weniger an und mit uns selbst arbeiten.

Die nähere Bedeutung des Zitats über Kämpfen ohne Übung

Wie weiter oben erwähnt, ist es fatal, in beispielsweise einem Schwertkampf, auf einen Stil zurückzugreifen, den man nicht geübt hat.

Um zu verstehen, wie du von diesem scheinbar offensichtlichen Tipp profitieren kannst, schauen wir uns kurz an, wieso Musashi es für notwendig hielt, ihn überhaupt explizit niederzuschreiben:

Das zugrundeliegende Problem ist nicht, dass wir nicht wissen, dass man keinen Kampf auf eine Art bestreiten sollte, in der man nicht versiert, beziehungsweise geübt ist. Vielmehr ist es das Schwierige sich im Eifer des Gefechts nicht eine Art des Kampfes aufzwingen zu lassen, die man nicht beherrscht.

Nun sollte der Grund für das Zitat bereits deutlich klarer geworden sein.

Es geht also – wie so oft in Muashi’s Lehren – nicht nur um das disziplinierte Trainieren, sondern eben auch um Beherrschtheit und Besonnenheit.

Um in dieser Hinsicht im Kampf entsprechend erfolgreich zu sein, gibt es im wesentlichen Faktoren:

  • Sei geübt, in der Art des Kampfes, den du führst
  • Erkenne, wenn die eine Art des Kampfes aufgezwungen wird, in der du nicht geübt bist

Auf unser modernes Leben übertragen verhält es sich mit diesen Worten des Samurai, wie folgt:

Dieses Zitat von Musashi ermahnt, dass ohne Übung gewisser Fertigkeiten, wir bei Bedarf nicht auf diese zurückgreifen können. Was plausibel klingt, wird in der Praxis oft vernachlässigt und man tendiert entsprechend dazu zu versuchen Fertigkeiten zu nutzen, die man mangels Übung nie erworben hat.

Vielleicht kennst du auch Situationen, in denen du entweder zu emotional oder gestresst bist und dich daher in einer unglücklichen Position wiederfindest.

Aber es gibt auch Situationen, in denen man sich schlicht durch eine Fehleinschätzung in einer solchen ungünstigen Position wiederfindet:

Einige Beispiele aus unserer Welt sind:

  • Fachlich starke aber wenig redegewandte Forscher in Talk-Shows, die auf einmal mit rhetorisch stark ausgebildete Redner eines Industrie-Verbands, argumentieren müssen.
  • Personen die ohne fachliche Eignung auf einmal einen Bereich leiten. Das kann beispielsweise in Unternehmen oder aber auch der Politik der Fall sein – ganz klassisch sind Minister, die keinerlei Expertise für ihren Bereich mitbringen.

Sind wir außenstehend lassen sich solche Umstände oft leicht identifizieren. Der Grund ist, dass wir zum einen rationaler Urteilen (1) und zum anderen, dass wir die Dinge insgesamt betrachten (2).

  1. Von ersterem können wir in unseren eigenen Kämpfen verwenden, indem wir nicht emotional reagieren, sondern uns das analytische Denken zu nutzen machen, welches den Mensch so weit gebracht hat.
  2. Aber auch letzteres ist äußerst hilfreich (und dem vorherigen Punkt oft zuträglich). Einen Schritt zurück zu machen – ob geistig oder physisch – hilft in den meisten Fällen eine bessere Einschätzung zu treffen. Musashi hat daher, wenig überraschend, auch das in seinen Lehren thematisiert. Ich habe einen Artikel für dich, über ein passendes Zitat von ihm, dass genau dieses Thema behandelt.

Wenn du dieses beiden Punkte berücksichtigst, wirst du es in den allermeisten Fällen vermeiden können, in unliebsame Positionen zu geraten aber es wird dir immer zumindest klar sein, wenn du einen Kampf auf eine Art führst, in der du nicht geübt bist. 🙂

Falls du noch mehr Zitate von Miyamoto Musashi und Erklärungsversuche derer Bedeutungen suchst:


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