Die besten Philosophien für Einsteiger (alles was du wissen musst)


In den letzten Jahren haben Simon und ich uns sehr stark mit dem Thema der Philosophie auseinandergesetzt. Durch die Erfahrungen, die ich mir in dieser Zeit angeeignet habe, weiß ich jetzt, dass ich mit viel zu schwerer Kost angefangen habe. Natürlich ist es wichtig, dass man an der ganzen Sache Spaß hat, allerdings lernt man schwimmen auch nicht auf hoher See.

Die besten Philosophen für Einsteiger sind häufig die Begründer der verschiedenen Philosophien. Um eine Philosophie zu begründen, muss man in der Lage sein die Grundsätze möglichst einfach zu erklären. Es gibt aber auch außer den Gründern der philosophischen Schulen weitere Philosophen die uns die Themen auf eine einfache Art verstehen lassen.

Natürlich wäre es ein bisschen vage zu behaupten, dass es nicht den einen oder anderen Philosophen gibt, der etwas leichter oder etwas schwerer zu verstehen ist. Für uns im Westen ist es meist einfacher eine Denkschule zu verstehen, die mit unseren Werten übereinstimmt. Dass heißt, dass Philosophien die aus unseren kulturellen Kreisen hervorgehen, leichter von uns verstanden werden, als beispielsweise fernöstliche Philosophien.

Es ist allerdings ebenso wichtig zu beachten, dass alle Philosophien solange sie nicht ausgelebt werden, nichts mehr als nur Worte sind. Damit will ich nicht sagen, dass man sich einer Philosophie verschreiben muss und dann eisern alle ihrer Regeln befolgen muss. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass man sich eine Ewigkeit mit Philosophien beschäftigen kann. Wenn man sie nicht aktiv in das alltägliche Leben einbaut, werden sie kaum Wirkung haben.

Die antiken Griechen

Ob nun Sokrates, Platon, Heraktlit, Pythagoras oder sonst wer der erste große Philosoph war, ist Geschmackssache. Was aber keine Geschmackssache ist, ist, dass es in der frühen Phase der Philosophie einiges zu lernen gibt. Die meisten griechischen Philosophen haben weder lange komplizierte Wörter benutzt, noch über abstruse Themen geredet.

Sie haben sich mit den Grundsätzen der menschlichen Existenz befasst. Was es heißt: Ein guter Mensch zu sein, zu lieben und zu leben.

Sokrates der als Begründer der westlichen Philosophie bekannt ist, hat selbst keine Texte geschrieben. Die philosophischen Niederschriften die wir heute von ihm haben sind größtenteils von Platon, seinem Schüler, geschrieben worden. Sokrates war der Meinung, dass wir so gut wie nichts wissen, und das je mehr wir wissen wir uns immer klarer darüber werden, wie wenig wir wissen.

In Zeiten des Internets und von YouTube ist es allerdings sehr einfach sich viel Wissen in kurzer Zeit anzueignen. Oder viel eher viel Wissen abzurufen. Das jeder einzelne Mensch heutzutage Zugriff, auf fast das gesamte Wissen der Menschheit hat, lässt uns schnell vergessen wie viel wir dennoch nicht wissen. Dinge, die man nicht aus dem Internet erfahren kann. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt gibt es eine endlos Anzahl an Dingen, die wir nicht wissen. Dies ist ein Fakt der sich seit Zeiten Sokrates‘ nicht geändert hat.

Platon war der Schüler Sokrates. Wenn du also mehr über die Ansichten Sokrates‘ erfahren möchtest, ist es unumgänglich sich mit Platon zu beschäftigen. Die meisten seiner Texte sind in der Form von Dialogen geschrieben. Beinahe in allen dieser Dialogen hat Sokrates die Hauptrolle.

Alleinig der Fakt, dass wir 2500 Jahre nach ihrem Ableben immer noch, über die Worte dieser antiken Philosophen sprechen, ist Beweis genug, das sie nach wie vor relevant und wahr sind, zeigt, dass sie im laufe der Geschichte stets relevant waren – und vorraussichtlich bleiben werden. Andernfalls wären sie dem Zahn der Zeit bereits zum Opfer gefallen und in Vergessenheit geraten. Für jede Generation seit 2500 Jahren sind ihre Worte, mal mehr mal weniger, wichtig gewesen.

Hier findest du zwei Zitate deren Bedeutung wir uns näher anschauen:

„Der Tod ist nicht das Schlimmste, was dem Menschen passieren kann.“

– Platon

„Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat, der wird auch nicht mit dem zufrieden sein, was er haben will.“

– Sokrates

Die Stoiker

Büste: Marcus Aurelius (ausgest. im Luvre)

Marcus Aurelius war ein römischer Kaiser und Stoiker. Er führte in der Zeit in der er regierte, zwei erfolgreiche Kriege für das römische Reich und erlitt tragische Schicksalsschläge, dennoch blieb er durch seine stoische Haltung stets auf Kurs.

Sein bekanntestes Werk sind die Meditationen. Die Meditationen sind ein nicht einmal 100 Seiten langes, beziehungsweise ein kurzes Buch, welches praktische Tipps zum stoischen Leben beeinhaltet. Außer den Meditationen hat Marcus Aurelius auch andere Bücher geschrieben, welche dabei helfen stoisches Handeln zu verstehen und sich dieses selbst anzutrainieren.

Lucius Annaeus Seneca war ebenfalls ein Stoiker. Von ihm gibt es allerdings deutlich weniger Schriften als von Marcus Aurelius. Seneca stand seinerzeit viel in der Kritik, da er Bescheidenheit predigte selbst aber, einer der reichsten Männer Roms war. Sein tatsächlicher Lebensstil ist zwar teils konträr zu dem was er sagte, allerdings macht das seine Aussagen über einen bescheidenen Lebensstil nicht weniger richtig.

Senecas berühmtestes Buch ist vom glücklichen Leben, und hat weniger als 200 Seiten. Es ist somit gut für Einsteiger geeignet. Auch hat es keine überdurchschnittlich komplizierte Sprache.

Wir haben etliche Zitate der Stoiker behandelt, sieh dich ruhig um. Eine große Sammlung und eine ausführlichere Erklärung wer die Stoiker waren und wofür sie standen, findest du in diesem Artikel.

Fern-östliche Philosophien

Natürlich kann man nicht über Philosophien reden, ohne einen Blick auf die östlichen Philosophien zu richten. Auch wenn der Buddhismus und der Hinduismus Religionen sind, sollte man berücksichtigen, dass es Religionen sind, aus denen man eine Menge an philosophischen Ansichten gewinnen kann. Der Daoismus hingegen ist keine Religion, sondern tatsächlich eine Philosophie. Ähnlich wie bei den antiken Griechen ist auch der Daoismus über 2000 Jahre alt, doch trotzdem sind die Ansätze dieser Philosophie nicht veraltet.

Daoismus

Schrein in einem Daoisitischen Tempel

Wenn es einen Philosophen gibt, mit dem man sich auseinandersetzen muss, wenn man sich für den Daoismus interessiert, dann ist es Laozi (Laotse, Lao-Tse, Laudse, Lao Tzu, Lao-Tzu).

Laozi gilt als Begründer des Daoismus, er hat das Tao Te King geschrieben. Das Tao Te King ist ein Buch mit 81 Kapiteln. In den ersten 37 werden die philosophischen Grundprinzipien des Daoismus erklärt. In den übrigen 44 wie man diese Grundprinzipien anwendet.

Persönlich finde ich das Tao Te King ein sehr angenehm zu lesendes Buch. Auch wenn man nicht alles von Anfang an versteht, so versteht man doch den ein oder anderen Ansatz. Und je öfter man es leist, desto mehr wird man verstehen und desto mehr Betrachtungsweisen werden sich einem erschließen.

Du findest auf unserem Blog zahlreiche Artikel über daoistische Ansichten und speziell über Zitate von Laotse und deren Bedeutung. Hier schauen wir uns beispielsweise „Kümmere dich darum, was andere Leute denken, und du wirst immer ihr Gefangener sein.“ an.

Der Daoismus fasziniert dich? Sieh dir diesen Artikel an: Alles, was du über den Daoismus wissen musst: Die Geschichte, der Glaube und die Praktiken.

Buddhismus

Im Gegensatz zum Daoismus ist Buddhismus eine Religion, allerdings eine, die sich der Bildung oder Befreiung des eigenen Geistes dient. Wer den Weg des Buddha beschreitet, wird über kurz oder lang auf die eigene Erleuchtung zusteuern. Um zu dieser Erleuchtung zu gelangen, bietet der Buddhismus eine breite Auswahl an philosophischen Grundprinzipien.

Wie auch beim Daoismus ist hier besonders zu empfehlen, sich mit dem Begründer der Religion auseinander zu setzen. Wenn Leute von Buddha reden, meinen sie häufig Siddhartha Gautama, der erste Buddha. Zu unserem Bedauern hat er selbst keine Schriften angefertigt. Die Niederschriften, die wir haben, stammen von seinen Schülern, allerdings wurden die Lehren anfangs nur mündlich weitergereicht bis sie dann niedergeschrieben wurden.

Konfuzianismus

Zeitgenössische Malerei

Konfuzianismus ist wie der Name unschwer erkennen lässt, auf Konfuzius zurückzuführen. Der Konfuzianismus ist aus moderner Sicht sehr konservativ. Es wird erwartet, dass man seine Eltern ehrt und seine Regierung – oder einfacher gesagt, jeden der in der sozialen Hierarchie über einem steht. Natürlich gibt es mehr als nur die Regel, Eltern, beziehungsweise die Regierung ehren zu sollen. Alles in allem gibt es im Konfuzianismus die „Fünf Konstanten“:

  • Menschlichkeit
  • Gerechtigkeit
  • rituellen Anstand
  • Weisheit
  • Aufrichtigkeit

Diese Fünf Konstanten gilt es, sein Leben lang zu kultivieren und zu verbessern, beziehungsweise zu meistern.

Konfuzius legte auch großen Wert darauf Rituale zu halten. Diese sorgen unteranderem für ein stabiles zusammenleben in einer Gesellschaft. Was auch zu seinem geordneten zusammenleben führt ist das jeder einzelne seine Rolle in der Gesellschaft kennen muss. Laut Konfuzius gibt es Fünf elementare Menschliche Beziehungen, diese sind:

  • Vater – Sohn
  • Herrscher – Untertan
  • Ehemann – Ehefrau
  • Älterer Bruder – Jüngerer Bruder
  • Freund – Freund

Das Fehlen einer Mutter – Tochter, Vater – Tochter oder Ältere Schwester – Jüngere Schwester Beziehung liegt wahrscheinlich der damaligen sozialen Ordnung zufolge. Für Konfuzius war es sehr wichtig, dass es in diesen Beziehungen, wie mit dem Wind und dem Gras sei: Wenn der Wind weht, hat sich das Gras zu biegen. Ebenso sollen die, die einen niedrigeren Platz in der sozialen Hierarchie innehaben denen gehorchen, die einen höheren Rang haben.

Falls dich der Konfuzianismus näher interessiert stellen wir dir hier die besten Bücher für Einsteiger vor.

Existenzialismus

Für den größten Teil der Geschichte gingen Philosophen davon aus, dass jeder Mensch ein Wesen hat. Dieses Wesen wird dem Menschen allerdings schon vor seine Geburt zugeteilt. Sprich, dass wir sobald wir auf der Welt sind, ein Ziel oder eine Aufgabe haben. im 20. Jahrhundert allerdings kam in Frankreich eine neue philosophische Ansicht auf. Und zwar, dass zuerst die Geburt des Menschen stattfindet und das Wesen erst dann, dem Körper zugeordnet wird. Bei dieser philosophischen Anschauung müssen wir also keinem Weg folgen, der vor unserer Geburt, durch unser Wesen, vorausgesetzt wird, sondern sind frei unseren eigenen Weg auszusuchen.

Zwei geeignete Philosophen, als Beispiele für den Existenzialismus sind Jean-Paul Sartre und Albert Camus.

Jean-Paul Sartre gilt als Begründer und Hauptvertreter des Existenzialismus. Er war der Meinung, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg finden muss. Natürlich könne man sich an der Familie, der Kirche oder der Regierung orientieren. Allerdings haben alle Menschen, die wir als Vorbilder nehmen können, auch ihren eigenen Weg finden müssen, da niemand alle Antworten des Lebens haben kann. Sartre war auch der Meinung das jegliche Bedeutung, die du in deinem Leben findest von dir und deinen Ansichten ausgeht.

Albert Camus ist ebenfalls einer der bekanntesten Philosophen des Existenzialismus. Er erhielt 1957 sogar einen Nobelpreis der Literatur für sein Gesamtwerk. Camus war der Ansicht, dass die Bedeutung des Lebens alles sei, was dich davon abhält Selbstmord zu begehen. Dies kann etwas überspitzt klingen, ist per Definition aber auf jeden Fall nicht zu leugnen.

Hier geht es zu einem Artikel über Camus Zitat „Leben heißt handeln.“, du findest aber noch mehr Artikel über Zitate von Camus auf unserem Blog.

Sonstige

Schwarzweis-Fotografie Alan Watts

Alan Watts war der Philosoph der mich, und meinen Bruder Simon, zum philosophieren gebracht hat. Alan Watts ist ein britischer Philosoph, der aber den Großteil seines philosophischen Wissens aus dem Zen-Buddhismus, dem Daoismus und dem Hinduismus gezogen hat. Er hat verschiedene Ansätze aus den verschiedenen Philosophien entnommen, sie zusammengefügt und für den durchschnittlichen westlichen Menschen zusammengefasst.

Alan Watts hat eine Vielzahl an Büchern geschrieben. Allerdings war er auch Universitäts-Professor und hat viele Vorlesungen gegeben. Von diesen Vorlesungen gibt es hunderte auf YouTube zu finden. Für den Anfang würde ich davon abraten, sich eine zwei stündige Vorlesung auszuwählen. Es gibt viele Zusammenschnitte von solchen Vorlesungen, die im Schnitt zwischen 5-20 Minuten dauern und das Thema vereinfacht optimal darstellen. Bei den ersten zwei bis drei Videos kann es vorkommen, dass du nicht sonderlich viel verstehst, allerdings gab es bei mir, auch früh, immer wieder Momente in denen ich exakt verstehen konnte was er meinte. Dir wird es vermutlich auch so gehen.

Wir haben einen riesen Haufen seiner Zitate und Überlegungen behandelt. Du findest hier einen Artikel mit einer großen Übersicht. Außerdem schauen wir uns genauer an, wer und wie Alan Watts wirklich war.

Rene Descartes war ein Rationalist. Das heißt, dass nichts verlässlicheres für den Glauben und das Handeln gibt, als die Vernunft. Descartes war der Ansicht, dass man große Probleme am besten löse indem man sie in kleinere, leichter zu lösende, Probleme aufteilt. Durch diese rationale Herangehensweise, lassen sich auch die größten Probleme Stück um Stück angehen und letztlich lesen.

Sein berühmtester Satz „Ich denke, also bin Ich.“, ist uns auch heutzutage noch geläufig. Was Descartes damit ausgesagt hat, hingen eher nicht. Die Aussage bezieht sich darauf, dass wir uns nie ganz gewiss sein können, ob alles, was wir wahrnehmen, überhaupt tatsächlich passiert oder, ob es eher eine Art Illusion oder Traum ist. Seiner Meinung nach ist der Fakt, dass wir in der Lage sind zu denken, der Beweis für unsere Existenz.

Descartes benutzte das Beispiel, dass man sich nicht sicher sein könne, ob man in seinem Wohnzimmer sitzt und das Feuer im Kamin beobachtet. Oder ob das nur eine Fantasie ist. Was er aber ohne jeden Zweifel sagen konnte, war der Fakt, dass er dachte, beziehungsweise denken konnte. Denn man kann schließlich nicht denken und sich wundern, ob man existiert oder nicht, wenn man nicht existieren würde. Aus diesem Gedanken entspringt das Zitat: „Ich denke, also bin Ich.“

So, das waren die einfachsten Philosophien für Anfänger. Wie zuvor erwähnt, sind das aber keine eigene Vorgaben, sondern eher Erfahrungswerte, die ich, mein Bruder Simon und etliche andere, gesammelt haben.

Hab einfach Spaß am Prozess und ließ was, dich interessiert. Und bitte lasse dich nicht entmutigen, falls du gewissen philosophische Ansätze nicht verstehen solltest. Das geht jedem so.


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