Dogen über das, was gut ist


Dogen Zenji war ein japanischer buddhistischer Mönch und Begründer der Soto-Schule des Zen im 13. Er gilt als einer der einflussreichsten Zen-Meister und seine Schriften werden auch heute noch von Buddhisten studiert. In diesem Zitat sagt Dogen, dass das, was wir als gut empfinden, nicht unbedingt gut ist. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zulassen, dass unsere vorgefassten Meinungen oder die Urteile anderer unser Verständnis von dem, was wirklich gut ist, trüben.

„Was du selbst für gut hältst, oder was die Menschen in der Welt für gut halten, ist nicht notwendigerweise gut.“

DOGEN ZENJI

Um seinen Standpunkt zu verdeutlichen, erzählt Dogen die Geschichte einer Frau, die zu einem Wahrsager ging, um herauszufinden, wann ihr Mann aus dem Krieg nach Hause zurückkehren würde. Der Wahrsager sagte, ihr Mann würde an einem bestimmten Tag zurückkommen. Die Frau war überglücklich und begann, Vorbereitungen für die Heimkehr ihres Mannes zu treffen. Und tatsächlich, an dem Tag, den die Wahrsagerin vorhergesagt hatte, kam ihr Mann tatsächlich zurück – aber er lag in einem Sarg. 

Die Frau in dieser Geschichte war so sehr in ihren eigenen Erwartungen gefangen, dass sie nicht einmal die Möglichkeit in Betracht zog, dass ihr Mann nicht lebend zurückkehren könnte. Dogen warnt uns davor, denselben Fehler zu machen. Wir sollten immer offen sein für unterschiedliche Varianten von Ereignissen und bereit sein, unser Verständnis von dem, was gut ist, aufgrund neuer Informationen zu verändern. 

Wahrscheinlich hast du selbst schon Situationen erlebt, in denen sich etwas Gutes, das du erwartet hast, als nicht so gut, schlecht oder sogar ganz schrecklich herausstellte. Diese Art von unerwartetem Ausgang ist eine Erweiterung von „Sei vorsichtig, was du dir wünschst. Du könntest es bekommen.“
Alan Watts, der berühmte Vermittler zwischen östlichen Philosophien und der westlichen Welt, hat dieses berühmte Sprichwort oft und gerne zitiert.

In verschiedenen Vorträgen wies er auch darauf hin, dass wir nie genug Daten berücksichtigen können, weil wir schlicht nicht alle Einflüsse verstehen, geschweige kennen. Auch wenn er das in einem anderen Zusammenhang sagte (er sprach eigentlich über das Treffen von Entscheidungen), trifft es hier perfekt zu: Nur weil wir glauben zu wissen, was gut ist, muss es nicht so sein. Es gibt einfach zu viele Parameter, die wir nicht kennen können, und so kann das Ergebnis ganz anders ausfallen, als wir es erwartet haben.

Deshalb ist es meist eine gute Idee, eine mittlere Position einzunehmen. Es ist völlig in Ordnung etwas freudig zu erwarten. Solange du dir gleichzeitig bewusst bist, dass es anders ausgehen oder sogar Schwierigkeiten und Nöte mit sich bringen könnte.

So beraubst du dich nicht deiner Glückseligkeit und wirst nicht pessimistisch, sondern ruhst in einer Haltung, die dir erlaubt auf alles zu reagieren das kommt – was auch immer es sein mag, es wird dich nicht aus der Bahn werfen.

Und so ist Dogens Zitat eine Erinnerung daran, dass wir uns nicht zu sehr an unsere eigenen Vorstellungen von dem, was gut ist, klammern sollten. Wir müssen bereit sein, unsere Überzeugungen zu überprüfen und sie loszulassen, wenn sie uns nicht mehr dienen, und uns vor allem der Tatsache bewusst sein, dass wir nicht das ganze Bild sehen. Das kann schwierig sein, aber es ist notwendig, wenn wir ein erfülltes Leben führen wollen.

Unser Blog dreht sich generell darum, wie man gut richtig und gut lebt. Wir ziehen hierfür philosophische Lehren der größten Denker der Menschheitsgeschichte heran und versuchen aufzuzeigen, wie wir dieses Wissen im modernen Alltag nützen können.

Hier findest du Beispielsweise einen ausführlichen Artikel über die uralte Frage, wie man lebt.

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