Epiktet über wahren Reichtum und Genügsamkeit


Epictetus war ein einfacher Mann. Denn ein einfaches Leben entsprach seiner Vorstellung eines guten Lebens. Einige Ansichten und Überzeugungen hatte Epictetus aus den Überlieferungen früherer Stoiker, doch hatte er aber auch selbst einen Signifikanten Einfluss auf den Stoizismus. Viele seiner Ideen und Zitate sind heute noch sehr bekannt.

Die Bedeutung eines dieser Zitate werden wir uns in diesem Artikel genauer vornehmen:

„Reichtum besteht nicht darin, viel zu besitzen, sondern wenig zu brauchen.“

Epictetus

Seit Menschengedenken ist Wohlstand (bzw. Reichtum) wichtig für uns. Unsere Gedanken kreisen oft darum, wie wir Wohlstand erreichen und viel Energie wird dafür aufgewendet. Was jedoch oft vergessen wird, ist sich damit zu beschäftigen was Wohlstand überhaupt ist.

Heutzutage scheint es so, dass Wohlstand mit Luxus gleichgesetzt wird. Schauen wir uns unsere Konsum getrieben der Welt an, ist das aber auch kein Wunder. Stets werden wir mit Informationen darüber geflutet, was wir brauchen und ohne was wir entsprechend keinen Wohlstand haben.

Es ist aber ein Trugschluss, dass die Höhe des eigenen Wohlstands von der Menge Besitztümer abhängt. Laut Epiktet, ist es so, dass Wohlstand erreicht wird, indem man wenig Ansprüche hat. Das mag zu beginn etwas kontraindiziert wirken, aber bei näherer Betrachtung ist dieses sehr einleuchtend – und ein wahrer Life-Hack.

Es wird deutlich, dass Epiktet eine andere Perspektive vorschlug, als (auch damals) üblich. Und hier wird es spannend:

Wenn wir es schaffen, mit wenig zufrieden zu sein, haben wir den Vorteil, diesen Status vergleichsweise leicht aufrechterhalten zu können.

In aller kürze könnte man sagen, dass man durch niedrige Ansprüche die Möglichkeit hat, nicht den bestbezahlten Job nehmen zu müssen, sondern den, der einem tatsächlich besser gefällt. Du findest hier meinen Artikel, indem wir diesen und weitere Vorteile genauer besprechen.

Wie man seine Ansprüche senkt

Mental an den Punkt zu gelangen, an dem man wirklich wenig Ansprüche hat, ist nicht einfach und braucht Zeit. Schuld ist hier, dass wir typischerweise ein Leben voller Beeinflussung hinter uns liegt, in dem wir getrimmt wurden, dass wir alles brauchen. Und von allem viel.

Mein Tipp um hier an dir zu arbeiten, ist eine Art stückweises Fasten:

  • Suche dir Bereiche in denen du weniger möchtest
  • Wähle einen Bereich aus und beginne aktiv zu reduzieren
  • Arbeite an diesem Bereich bis du ihn unter Kontrolle hast
  • Wähle den nächsten Bereich aus, der dir wichtiger ist

Dieses schrittweise Vorgehen hat einige Vorteile. Nicht nur, wirst du schneller Erfolgserlebnisse haben (Stichwort Meilenstein-Motivation), sondern du wirst auch das Risiko minimieren, dich überfordert zu fühlen und die Flinte ins Korn zu schmeißen. Aber auch hast du so die Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln, dass das Reduzieren, dir dein Leben erleichtert und sich gut anfühlt. Und ich garantiere dir: Das tut es. Es gibt kaum ein befreienderes Gefühl, als sich nicht mehr über materielles Besitztümer zu definieren und viel Energie aufzuwenden um diese zu erlangen.

Wenn du mental an diesem Punkt angelangt bist, musst du jedoch eine gewisse Aufmerksamkeit gegenüber deiner Gedanken beibehalten. Solltest du bemerken, dass äußere Einflüsse wieder beginnen, den Wunsch in der zu wecken, weitere Dinge anzustreben, ist es wichtig diese Gedanken zu analysieren und als das einzuordnen was sie sind: Manipulationsversuche, die nicht deiner eigenen Überzeugung entsprechen.

Falls dir Minimalismus schwerfällt findest du hier Lukas’ Artikel zu diesem Thema, der dir erklärt wieso das so ist.

Wenig Ansprüche können dir auch zwischenmenschlich helfen

Übrigens lässt sich das Zitat auch auf mehr als nur Materielles beziehen. Wenig Ansprüche zu haben kann auch in anderen Bereichen ein guter Ratgeber sein. Beispielsweise kann es einem viel Kummer und Sorgen ersparen, wenn man nicht erwartet, dass einem Mitmenschen immer freundlich und zuvorkommend behandeln oder immer ehrlich zu einem sind. Denn diese Ansprüche stehen im Widerspruch zu menschlichen Natur und es ist wahrscheinlich, dass unsere Mitmenschen dem nicht gerecht werden.

Dieses Zitat gibt uns also das Rezept um wahren Wohlstand zu erreichen. Ich bin weit davon entfernt, es vollumfänglich umgesetzt zu haben, aber über die Jahre ist es mir gelungen, viele Bereiche meines Lebens entsprechend anzupassen und bereute es nicht.

Ich habe den Luxus ohne viele Dinge zufrieden zu sein und nicht viel von meinen Mitmenschen zu erwarten (natürlich freue ich mich, wenn ich es schön habe mit ihnen – aber wenn nicht ist das auch okay).

Es ist übrigens keine Überraschung dass solche Worte von Epiktet überliefert wurden. Der ehemalige Sklave entschied sich, nachdem er vom römischen Kaiser Nero aus Rom vertrieben worden war, eine Schule im heutigen Griechenland zu eröffnen und unterrichtete bis zu seinem Sterbetag an dieser. Er lebte ein genügsames und bescheidenes Leben und Er schöpfte seine Freude und Erfüllung aus den einfachen Dingen: Austausch mit anderen und dem Bewegen des Geistes.


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