Seneca über das wichtigste im Leben


Es ist schon mehr oder weniger zu erwarten, dass ein Stoiker der Meinung ist, dass es nichts wichtigeres gibt als sein eigener Kaiser zu sein. Allerdings haben dies auch viele andere Leute schon gesagt. Doch was steckt wirklich hinter dieser Aussage?

„Das größte Imperium ist, Kaiser seiner selbst zu sein.“

Seneca

Wenn es so etwas wie eine Quintessenz im Stoizismus gibt, dann ist es das man die äußeren Umstände nicht ändern kann, nur wie man auf sie reagiert. Wir haben durch unser Handeln nur bedingt Einfluss auf die Geschehnisse der Welt. Es liegt an uns wie wir diese Geschehnisse nutzen und deuten. Aus jeder Situation kann man etwas lernen, man kann in vielen Momenten etwas schönes finden wenn man nur genau hin schaut.

Wenn wir es nicht schaffen unser eigener Herr zu sein sind wir unweigerlich unser eigener Sklave. Auf den ersten Blick mag das nicht all zu schlimm klingen, doch die Folgen können fatal sein.

Hast du dir schon einmal vorgenommen morgens früh aufzustehen um dir den Sonnenaufgang anzuschauen? Falls ja, hast du es dann auch durch gezogen? Sich Dinge vorzunehmen und sie dann auch wirklich durchzuziehen sind zwei Paar Schuhe. Nicht nur beim frühen Aufstehen um einen Sonnenaufgang wird man der eigenen Sklaverei bewusst. Wenn man sich vornimmt gesünder zu essen, mehr Sport zu machen oder mehr zu lesen. Nur um dann wenige Tage später zu merken, dass man nichts davon getan hat. Was für Ziele du dir setzt ist mehr oder weniger egal aber für den Seemann der nicht weiß wo er hin will ist kein Wind von Vorteil.

Sein eigener Herr, oder wie Seneca sagte Kaiser, zu werden ist nicht einfach. Es bedarf nicht nur der ursprünglichen Motivation etwas zu ändern, sondern auch der Disziplin dies auch wirklich durchzuziehen. Seneca hat auch eins gesagt, dass jeder Tag der verstreicht genutzt werden sollte, schließlich weiß man nicht wie viele Tage man noch haben wird. Mehr dazu findest du in diesem Artikel.

Als ich über das Zitat von Seneca gestolpert bin, ist mir ein ähnliches Zitat von Jordan B. Peterson eingefallen.

Es ist schwieriger, über sich selbst zu herrschen als über eine Stadt.

Jordan b. peterson

Dieses Zitat hat zwar im Kern eine andere Aussage wie das von Seneca, doch ich finde, dass sie sich einfach wunderbar ergänzen. Denn durch dieses zweite Zitat wird einem klar, weshalb das größte Imperium ist, Kaiser seiner selbst zu sein. Es ist das größte, weil es eine unglaublich schwierige Aufgabe ist. Es ist so unfassbar schwierig über sich selbst zu herrschen, weil man permanent Rückmeldung kriegt was man verbockt hat. Hat man an einem Abend zu viel gefeiert merkt man am nächsten Tag direkt die Konsequenzen. Wenn man zu viel am Computer sitzt, sich nicht gut ernährt, die Hygiene vernachlässigt oder sonst etwas schlechtes macht, merkt man sehr schnell was das mit sich bringt.

Wenn man im Gegensatz dazu über eine Stadt herrscht vergeht immer erst eine Weile bis man die Konsequenzen des eigenen Handelns bemerkt. Wenn man ein neues Projekt startet vergeht erst einige Zeit bis man sieht was daraus geworden ist. Nehmen wir beispielsweise an man will eine neue Wohngegend bauen, dann ist zwischen Anfang der Planung bis zum Abschluss des Baus eine große Zeit vergangen. Viele Aspekte die man gar nicht mit in der Planung hatte offenbaren sich erst während des Prozesses. Ist der Boden an der Stelle zu weich, muss er erst getrocknet werden? sind große Steine im Erdreich die schwierig zum heraus arbeiten sind?

Wenn ich mir im Gegensatz dazu vornehme öfter die Wahrheit zu sagen, oder mir mehr Zeit für mich zu nehmen, dann werden mir die Konsequenzen deutlich schneller bewusst. Jordan B. Peterson sagte auch eins, dass es wichtig ist seine eigenen Unzulänglichkeiten zu kennen.

An sich zu arbeiten ist natürlich keine einfache Aufgabe. Man wird weder alles schaffen was man sich vornimmt noch immer eine gute Zeit haben. Was aber gewiss ist ist, dass wenn man es nicht versucht weniger schaffen wird und eine schlechtere Zeit hat. An sich selbst zu arbeiten ist gleichzeitig eines der anstrengendsten wie auch belohnenden Dinge die man tun kann. Das Beste daran ist, dass es mit der Zeit immer einfacher wird. Was heute wie eine nicht zu bewältigende Aufgabe aussieht kann in einem halben Jahr dein Alltag sein. Die Entscheidung liegt bei dir, denn das größte Imperium ist Kaiser seiner selbst zu sein, doch es ist auch schwieriger über sich selbst zu herrschen als über eine Stadt.

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